Klassische, geistliche und zeitgenössische Stücke, Lieder im Dialekt, und die Frage nach live oder Aufnahme
Die richtige Musik gibt einer Trauerfeier Halt. Bewährt sind ruhige, tragende Lieder wie Amazing Grace, Von guten Mächten oder Tears in Heaven, genauso wie das Lieblingslied des Menschen, an den erinnert wird. Ob klassisch, zeitgenössisch oder im Dialekt: Was zählt, ist, dass das Lied zu diesem einen Leben passt.
Eine Liedauswahl für eine Trauerfeier zu treffen ist eine Aufgabe, die in Tagen erledigt werden muss, in denen man zu nichts Kraft hat. Deshalb steht hier eine Liste und keine Anleitung. Es sind die Stücke, die wir bei Trauerfeiern in Oberösterreich tatsächlich singen und spielen, geordnet nach Art, damit ihr eine Richtung habt und nicht bei Null anfangen müsst.
Drei Dinge helfen bei der Entscheidung mehr als jede Empfehlung. Ein Lied darf schlicht sein, es muss nicht groß sein. Ein Text, der zu diesem Leben passt, wirkt stärker als eine bekannte Melodie. Und wenn es ein Lied gibt, das untrennbar mit dem Menschen verbunden ist, dann ist das das richtige, auch wenn es auf keiner Liste steht.
Diese Stücke tragen eine Feier auch dann, wenn die Stimmung schwer ist. Sie sind vielen vertraut, und Vertrautheit gibt in diesem Moment Sicherheit.
| Lied | Wo es seinen Platz hat |
|---|---|
| Amazing Grace | Das am häufigsten gewünschte Lied bei Abschieden. Trägt am Anfang wie am Ende und funktioniert in der Kirche und im Freien. |
| Näher mein Gott zu dir | Ruhig und getragen, mit langem Atem. Guter Platz nach der Rede, wenn es einen Moment ohne Worte braucht. |
| Von guten Mächten | Der Text von Dietrich Bonhoeffer spricht von Geborgenheit, nicht von Abschied. Passt gut zum Ausklang. |
| Confitemini Domino | Ein kurzer Kanon, schlicht und wiederholend. Geeignet für Momente, in denen die Trauergemeinde mitsingen soll. |
Bei kirchlichen Trauerfeiern spricht die Pfarre mit, welche Stücke im Gottesdienst ihren Platz haben. Bei einer weltlichen Abschiedsfeier entscheidet die Familie allein.
Viele Familien wünschen sich heute Stücke, die im Leben des Verstorbenen eine Rolle gespielt haben. Das ist kein Bruch mit der Würde einer Feier, im Gegenteil: es macht sie persönlich.
| Lied | Wo es seinen Platz hat |
|---|---|
| Candle in the Wind | Elton John. Eine Klage ohne Bitterkeit, gut geeignet nach der Rede. |
| Fix You | Coldplay. Spricht vom Aushalten und vom Weitermachen, oft für jüngere Verstorbene gewählt. |
| Tears in Heaven | Eric Clapton. Sehr direkt im Text, deshalb bewusst zu setzen. Wirkt stark am Ende der Feier. |
| My Way | Ein Rückblick auf ein gelebtes Leben. Passt zu einem Menschen, der seinen eigenen Weg gegangen ist. |
Zeitgenössische Stücke für den Abschied sind ein Thema für sich, mit eigenen Fragen zu Tempo, Tonlage und Text. Dazu folgt ein eigener Beitrag.
In Oberösterreich und im Mühlviertel treffen Lieder in der eigenen Sprache oft genauer als jedes internationale Stück. Sie klingen nach dem Leben, das gelebt wurde, und nicht nach einer Feier.
Unsere Liedlisten sind Vorschläge und kein abgeschlossenes Programm. Wenn es ein Stück gibt, das zu diesem Menschen gehört und hier nicht steht, lernen wir es.
Wie viele Lieder es braucht, ist keine Geschmacksfrage, sondern eine des Rahmens. Drei Formen kommen in der Praxis vor, und sie geben unterschiedlich viel vor.
| Form | Wo Musik ihren Platz hat | Anzahl |
|---|---|---|
| Kirchliche Trauerfeier | Der liturgische Ablauf sieht die Stellen vor: beim Einzug, nach den Lesungen, zur Kommunion und beim Auszug. Neben Kirchenliedern ist dort auch Platz für ein persönliches Stück, das mit der Pfarre abgestimmt wird. | vier Stellen |
| Weltliche Abschiedsfeier | In der Aufbahrungshalle, in einem Veranstaltungsraum oder im Freien. Hier gibt es keine Vorgabe, und genau darin liegt der Raum für das Lieblingslied oder ein Stück, das an gemeinsame Zeiten erinnert. | frei |
| Urnenbeisetzung und Gedenkfeier | Im engsten Kreis, oder Wochen nach dem Tod, oder zum Jahresgedenken. Kleiner Rahmen, kurze Feier, und gerade deshalb wirkt jedes einzelne Stück stärker. | zwei bis drei |
Eine Trauerfeier dauert in der Regel 30 bis 45 Minuten, die Rede darin 10 bis 15. Wer sich unsicher ist, plant lieber ein Stück weniger und lässt ihm Zeit, als eines mehr zu setzen und die Feier zu füllen.
In vielen Familien liegen die Vorstellungen auseinander. Eine Tochter denkt an das Lied, das im Auto immer lief, ein Bruder hält es für zu leicht für diesen Tag. Beide haben recht, und deshalb hilft in dieser Lage kein Geschmacksurteil, sondern eine Reihenfolge.
Und eine Sorge lässt sich vorweg nehmen: es gibt kein Lied, das sich bei einer Trauerfeier verbietet, solange es zu diesem Leben passt. Was wir bei einer Feier singen, besprechen wir vorher immer persönlich mit den Angehörigen.
Beides ist möglich, und beides hat seinen Ort. Eine Aufnahme ist genau dann richtig, wenn es um dieses eine Original geht, um die Stimme, die mit dem Menschen verbunden ist. Da kann und soll niemand nachsingen.
Live gesungen passt sich die Musik dagegen dem Raum und dem Moment an. Sie kann warten, wenn jemand weint, und weitergehen, wenn es Zeit ist. Sie kann kürzer werden, wenn der Weg zum Grab kürzer ist als geplant, und länger, wenn er länger dauert. Eine Aufnahme kann das nicht, sie läuft ab.
In der Praxis ist die Mischung häufig: zwei Lieder live, eines vom Tonträger. Wie die musikalische Gestaltung einer Trauerfeier abläuft und was dabei besprochen wird, steht auf der Seite zur Trauermusik. Wer auch die Worte sucht, findet zur Trauerrede das Passende. Was in eine solche Rede hineingehört und wie das Material dafür zusammenkommt, steht im Ratgeber zur persönlichen Trauerrede.
Eine dritte Form wird oft übersehen und ist gerade bei Trauerfeiern die richtige: instrumental, ohne Gesang. Ein Lied, das gesungen zu direkt wäre, trägt auf dem Klavier oder der Gitarre allein sehr gut. Der Text steht dann im Kopf der Anwesenden und muss nicht ausgesprochen werden. Das ist besonders dann eine Lösung, wenn die Familie ein Stück ausgewählt hat, dessen Zeilen an diesem Tag kaum zu hören wären.
Ruhige, tragende Stücke tragen eine Trauerfeier am sichersten. Bewährt sind geistliche Lieder wie Amazing Grace, Näher mein Gott zu dir oder Von guten Mächten, dazu Titel aus Pop und Rock wie Candle in the Wind, Fix You oder Tears in Heaven. Genauso richtig ist das Lieblingslied des Menschen, an den erinnert wird, auch wenn es auf keiner Liste steht.
Das hängt vom Rahmen ab. Bei einer kirchlichen Trauerfeier sind vier Stellen vorgesehen: beim Einzug, nach den Lesungen, zur Kommunion und beim Auszug. Bei einer Urnenbeisetzung oder einer Gedenkfeier im engsten Kreis reichen oft zwei bis drei sorgfältig gewählte Stücke. Bei einer weltlichen Abschiedsfeier gibt es keine Vorgabe, dort entscheidet die Familie, wo Musik ihren Platz hat.
Beides ist möglich, und beides hat seinen Ort. Eine Aufnahme ist genau dann richtig, wenn es um dieses eine Original geht, das mit dem Menschen verbunden ist. Live gesungen passt sich die Musik dem Raum und dem Moment an: sie kann warten, wenn jemand weint, und weitergehen, wenn es Zeit ist. Eine Aufnahme kann das nicht.