Ratgeber

Trauversprechen und Trauspruch

Der Unterschied kurz erklärt, dazu echte Beispiele zum Abschreiben und Weiterspinnen

Was ist der Unterschied?

Kurz gesagt: Ein Trauversprechen sind eure persönlichen Worte aneinander, ein Trauspruch ist ein kurzes Zitat, das über eurer Zeremonie steht. Beides darf kurz und ehrlich sein. Drei Sätze von Herzen berühren mehr als eine lange Rede.

Die beiden werden oft verwechselt, und das ist kein Wunder: Beide sind kurz, beide handeln von der Liebe, und beide kommen in der Zeremonie vor. Der Unterschied ist trotzdem einfach. Der Trauspruch beschreibt, das Trauversprechen verspricht.

Hier findet ihr beides: eine Auswahl an Trausprüchen von klassisch bis modern und ausformulierte Beispiele für Trauversprechen, die ihr abschreiben, kürzen oder weiterspinnen könnt. Nehmt, was zu euch passt, und werft den Rest weg.

Trauspruch Trauversprechen
Was es ist Ein Zitat, das ihr für euch auswählt Eure eigenen Worte aneinander
Wer spricht Meist die Trauredner:in Ihr, jede:r für sich oder gemeinsam
Länge Ein bis zwei Sätze Eine halbe bis eine Minute
Woher Literatur, Bibel, ein Liedtext Aus eurer gemeinsamen Geschichte

Schöne Trausprüche

Ein guter Trauspruch klingt nicht nach Poesiealbum, sondern nach euch. Lest die Sätze laut, das trennt schnell. Was sich beim Vorlesen fremd anfühlt, fühlt sich in der Zeremonie auch fremd an.

Klassisch

„Liebe besteht nicht darin, dass man einander ansieht, sondern dass man gemeinsam in dieselbe Richtung blickt."

Antoine de Saint-Exupéry

„Eine gute Ehe ist die, in der jeder den anderen zum Hüter seiner Einsamkeit bestellt."

Rainer Maria Rilke

Aus der Bibel

„Wo du hingehst, da will auch ich hingehen. Wo du bleibst, da bleibe auch ich."

Rut 1,16

„Die Liebe erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie hält allem stand."

1. Korinther 13,7

„Viele Wasser können die Liebe nicht auslöschen, auch Ströme schwemmen sie nicht fort."

Hoheslied 8,7

Aus einem Lied

Ein Liedtitel oder eine Zeile aus dem Lied, das euch gehört, ist ein Trauspruch, den sonst niemand hat. Aus unserem Repertoire greifen Paare gern zu Grow Old With Me, Ein Teil von meinem Herzen, Das Beste oder, für die Mundart-Liebhaber:innen, Zam oid wearn. Wenn wir das Lied in der Zeremonie ohnehin live spielen, schließt sich der Kreis. Welche Stücke sonst noch passen, steht im Ratgeber zu den schönsten Hochzeitsliedern.

Beispiele für Trauversprechen

Diese drei Beispiele decken drei Tonlagen ab. Nehmt eines als Gerüst und tauscht die Stellen aus, an denen euer Leben steht. Genau die Stellen sind es, die später alle im Kopf behalten.

Ruhig und klassisch

„Ich verspreche dir, an deiner Seite zu bleiben. An den Tagen, an denen alles leicht ist, und an den anderen. Ich verspreche dir, zuzuhören, auch wenn ich glaube, die Antwort schon zu kennen. Ich verspreche dir, dass du bei mir ankommen darfst, so wie du bist. Und ich verspreche dir, dass ich uns nicht selbstverständlich nehme."

Mit Humor

„Ich verspreche dir, dich auch dann noch zu lieben, wenn du wieder erklärst, dass die Spülmaschine falsch eingeräumt ist. Ich verspreche dir, mitzugehen, wenn du eine deiner Ideen hast, von denen die Hälfte großartig ist. Ich verspreche dir, den Streit zu beenden, bevor einer von uns einschläft. Und ich verspreche dir, dass ich dich jeden Tag zum Lachen bringe, notfalls unfreiwillig."

Kurz und direkt

„Ich nehme dich, mit allem. Ich bleibe, auch wenn es schwer wird. Ich sage dir, was ich denke, und ich frage dich, was du brauchst. Du bist mein Zuhause."

Was ein Versprechen echt macht

Ein konkretes Detail schlägt jede große Formulierung. „Ich verspreche dir, dass ich weiter jeden Sonntag den Kaffee mache" bleibt hängen, „Ich verspreche dir ewige Treue" nicht. Nehmt eine Gewohnheit, einen Satz, den nur ihr versteht, oder den Moment, in dem ihr wusstet, dass es passt.

Tipps zum Selberschreiben

Die meisten Paare schieben das Trauversprechen bis zwei Tage vor der Hochzeit vor sich her. Das muss nicht sein, denn der Text entsteht schneller, als man denkt, wenn man ihn nicht als Aufsatz behandelt.

Wenn ihr wissen wollt, an welcher Stelle das Versprechen in der Zeremonie steht und was rundherum passiert, lest den Ratgeber zum Ablauf einer freien Trauung. Und wer noch früher dran ist, findet in der Checkliste zur Planung den passenden Zeitpunkt dafür.

Wie wir euch dabei helfen

In den Vorgesprächen kommt das Thema fast immer auf, meistens mit dem Satz „wir wissen noch nicht, ob wir uns das trauen". Deshalb gehört das Trauversprechen bei uns zur Vorbereitung und nicht zu eurer Hausaufgabenliste.

Wir sortieren mit euch, was in die Rede gehört und was ihr euch selbst sagen wollt, damit sich nichts doppelt. Wir sagen euch, wie lang ein Text an dieser Stelle wirklich wirkt. Und wenn ihr euch das laute Vorlesen nicht zutraut, gibt es Wege, die genauso schön sind: ein gemeinsames Versprechen zum Nachsprechen, ein stiller Moment mit Musik statt Worten oder ein Brief, den nur ihr beide später lest.

Weil bei uns Rede und Musik aus einer Hand kommen, lässt sich der Moment auch musikalisch tragen. Ein Lied, das direkt nach eurem Versprechen einsetzt, gibt dem Raum genau die Sekunde, die er braucht. Mehr dazu auf der Seite zur freien Trauung.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Trauspruch und Trauversprechen?

Der Trauspruch ist ein kurzes Zitat, das über eurer Ehe steht, meist ein Satz aus der Literatur, der Bibel oder einem Lied. Ihr wählt ihn gemeinsam aus. Das Trauversprechen sind eure eigenen Worte aneinander, die ihr euch in der Zeremonie laut sagt. Der Spruch beschreibt, das Versprechen verspricht.

Wie lang sollte ein Eheversprechen sein?

Eine halbe bis eine Minute reicht, das sind etwa 80 bis 150 Wörter oder fünf bis acht Sätze. Länger wird es für die Zuhörenden selten besser, und für euch schwerer vorzulesen. Drei ehrliche Sätze berühren mehr als eine ausgefeilte Rede, in der ihr euch verhaspelt.

Muss man das Trauversprechen selbst schreiben?

Nein, es gibt keine Pflicht. Manche Paare sprechen lieber ein gemeinsames Versprechen nach, das die Trauredner:in vorformuliert und ihr nur bestätigt. Andere schreiben getrennt und hören den Text des anderen zum ersten Mal in der Zeremonie. Beides ist möglich, und beides lässt sich vorher in Ruhe abstimmen.

Eure Worte, unser Rahmen

Ihr schreibt das Versprechen, wir bauen die Zeremonie drumherum, damit der Moment sitzt. Lasst uns bei einem unverbindlichen Gespräch darüber reden. Die Erstberatung bei vest ist kostenlos.

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